Workshop- und Begegnungswoche in Sarajevo

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Teilnehmer von Chance Wuppertal in Sarajevo zum Thema: Meetingpoint of Cultures, das Jerusalem Europas

Internationales Youth Camp im Jugendzentrum „Johannes Paul II“ in Sarajevo


Ein Bericht von Thomas Willms - Leiter Chance! Wuppertal:

Sarajevo - Meetingpoint of Cultures, das Jerusalem Europas: das war das Ziel unserer Begegnungs- und Workshopfahrt. Wir - das sind sechs Jugendliche aus Tirana in Albanien, sieben von der Zukunftswerkstatt von Chance! Wuppertal, drei Freiwillige des katholischen Jugendzentrums Johannes Paul II in Sarajevo sowie drei junge Frauen aus Sarajevo.

Die Idee zu diesem Projekt entstand im Rahmen der Zukunftswerkstatt unserer Chance! Wuppertal. Da wir hier viel mit Jugendlichen aus Albanien und Bosnien zusammenarbeiten, die langfristig in diese Länder zurückkehren möchten oder dies schon getan haben, haben wir die Idee gemeinsam entwickelt. Die Kenntnis der Geschichte dieser Länder zu verteifen, das gegenseitige Kennenlernen der Unterschiede und Gemeinsamkeiten und die geteilte Notwendigkeit der beiden Nationen Jugendlichen eine Perspektive zu geben, sich langfristig und nachhaltig in ihren Ländern für eine bessere Zukunft und ein friedliches und verständnisvolles Miteinander einzusetzen, waren das Ziel des Workshops. Diesem Ziel folgend und aufbauend auf unsere langjährige Arbeitserfahrung und Kontakte in Sarajevo konnten wir diese Idee in diesem Jahr also endlich in die Tat umsetzten.
Vielleicht kann man das verlinken zur Seite von Chance Wuppertal.

Im Mittelpunkt dieser Woche standen Workshops, die uns helfen, fokussiert zu denken (Methode der Sechs denkenden Hüte von De Bono), zu evaluieren (SWOT-Analyse) und Entscheidungsprozesse zu moderieren. Wie wichtig diese Kompetenzen sind, wurde besonders im Vortrag von Oligerta Xhika deutlich, die uns einen Plan für ein Sozialprojekt in Bathore bei Tirana vorstellte.

Neben dem Arbeiten standen aber auch zahlreiche Exkursionen an. So besuchten wir im Rahmen einer interreligiösen Tour die katholische Kathedrale, die alte Gazi Husrev-Moschee sowie die alte serbisch-orthodoxen Kirche kennen. Dass die Geschichte Sarajevos, insbesondere die fast vierjährige Belagerung der Stadt 1992-1995 mit über zehntausend Toten, uns zur Verantwortung für die Zukunft aufruft, wurde uns bei dem historischen Spaziergang deutlich. „Eine schöne, aber auch traurige Stadt“, stellte Aylin fest. Wir besuchten ein serbisch-orthodoxes Jugendzentrum, in dem Kalligraphie als interreligiöses Medium gelehrt wird.
Ein Höhepunkt der Woche war die Fahrt nach Mostar, wo wir die berühmte Brücke besichtigten. Zudem fand dort ein Cliff-Jumper-Wettbewerb statt, so dass es in der Stadt nicht nur sehr heiß, sondern auch entsprechend voll war. Dennoch eine wunderbare Fahrt. Konkretes Ergebnis der Fahrt: ein Viererteam, das eine neue Begegnung 2020 vorbereitet.

Zum Schluss sei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendzentrums Johannes Paul II gedankt, die uns überaus gastfreundlich begegneten und so einen perfekten Rahmen für diese Woche bildeten. Dank auch an die finanziellen Unterstützer, allen voran Renovabis (katholisches Hilfswerk für Südost- und Osteuropa) sowie an Beyenburger für Menschen e.V.


Thomas Willms - Leiter Chance! Wuppertal

 

Ein Bericht von Minja Todorović - Kath. Jugendzentrum Sarajevo:

Durch das Teilen mit anderen können wir die Welt zu einem besseren Ort machen

Anfang des Jahres hat das Jugendpastoralzentrum der Erzdiözese Sarajevo „Johannes Paul II.“ mit einer deutschen Organisation namens vision:teilen aus Wuppertal eine Zusammenarbeit vereinbart. Diese Organisation wurde 2008 von zwei Franziskanern mit dem Ziel gegründet, den Ärmsten und Bedürftigen zu helfen und sie zu ermutigen, selbstständig zu leben und anderen Menschen die Wichtigkeit des Teilens aufzuzeigen. Einer der Hauptgedanken dieser Organisation sind die Worte eines der Gründer, Franziskaner Br. Peter Amendt: „Durch das Teilen mit anderen können wir die Welt zu einem besseren Ort machen.“

Die erste Aktivität dieser Zusammenarbeit wurde im Jugendzentrum „Johannes Paul II“ in Sarajevo in Form eines interkulturellen Jugendaustausches organisiert. An diesem Treffen nahmen Jugendlichen aus Deutschland, Albanien und Bosnien und Herzegowina teil. Vom 20. bis 26. August 2019 konnten die Jugendlichen in interaktiven Workshops die Struktur eines Projekts kennenlernen und sich mit interessanten Lehrmethoden und Gedankentechniken vertraut zu machen. Da das Jugendzentrum Sarajevo über umfangreiche Erfahrungen in der Arbeit mit jungen Menschen und über die Entwicklung und Durchführung von Projektaktivitäten verfügt, tauschten die junge Freiwilligen des Zentrums ihre persönlichen Erfahrungen in Bezug auf die Teilnahme an Projektaktivitäten sowie in Bezug auf den Jugendaustausch und die Bildungsworkshops aus.

Es sei darauf hinzuweisen, dass die Teilnehmer dieses Austauschs durch die vorherige Absprache selbst zur Gestaltung der Programme beigetragen haben, die sie in Sarajevo durchgeführt haben. So hatten sie am ersten Tag die Gelegenheit, die Sehenswürdigkeiten der Stadt Sarajevo kennenzulernen. Da eines der Ziele des Austauschs das Erlernen des interreligiösen Dialogs war, wurde zunächst eine Besichtigung religiöser Stätten vorgenommen. Es wurden die Gaza Husrev Bey-Moschee, die Kathedrale des Heiligen Herzens Jesu und die alte orthodoxe Kirche, die den Erzengeln Michael und Gabriel gewidmet ist, besucht. Hier konnten die jungen Gäste ein wenig über die Erfahrungen des Jugendzentrums und über das Projekt „Lass uns zusammen gehen“ erfahren.

Während dieses Austauschs wurden mehrere Workshops in Bezug auf das Projektmanagement präsentiert, weil die Jugendlichen aus Albanien und Deutschland in ihrem jeweiligen Umfeld Projektideen vorbereiten, die sie verwirklichen möchten. So hatte man die Möglichkeit, voneinander zu lernen. Jeder Tag begann mit einem Impuls, in dem man sich mit Themen befasste, die die Jugend in allen Ländern Europas betrafen, wie Solidarität, globale Gerechtigkeit und Umweltschutzbelange. Dabei hat man auch auf die globalen Ziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die an alle Weltnationen gerichtet sind, Bezug genommen.

Dieses Treffen beinhaltete einen Tagesausflug nach Mostar und einen Besuch des orthodoxen Jugendzentrums Sankt Peter in Ost-Sarajevo. In Mostar konnte man den Glockenturm der Franziskanerkirche St. Peter und Paul besteigen und einen wunderschönen Blick auf die Stadt genießen. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt konnten die Jugendlichen einiges über die Stadtgeschichte und ihre wichtigsten Sehenswürdigkeiten erfahren. Anschließend hat man die Sprünge von der alten Brücke in die Fluss Neretva beobachtet, die an diesem Tag organisiert wurden.

Angesichts der Tatsache, dass dies das erste gemeinsame Treffen in dieser Partnerschaft ist, hoffen wir, dass die angefangene Zusammenarbeit und Workshops in naher Zukunft fortgesetzt werden können. Man geht mit fester Überzeugung davon aus, dass die jungen Teilnehmer des Austauschs bei diesem Treffen durch neuen Erfahrungen bereichert wurden, damit sie das Erlernte bei den Projektaktivitäten in ihren Ländern einsetzen können.

Minja Todorović, Kath. Jugendzentrum Sarajevo


Unter den folgenden Links, können Sie ein Video zu diesen Thema ansehen:

Video 1

Weitere Berichte zu diesem Treffen finden Sie hier:

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