Wie neugeboren

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Aus unserem aktuellen Infobrief | Juni 2019

Auf ein Wort

Was bringt einen deutschen Arzt wie Dr. Martin Kamp dazu, immer wieder für zehn bis vierzehn Tage seine überlaufene Praxis in Kempen anderen zu übergeben und selbst mit Kieferchirurgen und Logopäden nach Tadschikistan zu fahren, um dort unentgeltlich Kindern eine neue Lebenschance zu schenken? Wenn ich ihn danach frage, dann heißt seine Antwort: „Ich gebe diesen Kindern von dem Glück zurück, das ich selbst als gesunder Mensch in meinem Leben erfahren habe.“ Dieses „Zurückgeben“ vom eigenen Glück hat mich beeindruckt und nachdenklich gemacht. Denn dafür braucht es keine Helden, aber Menschen mit einem großen Herz. Dr. Kamp ist einer von ihnen. Ich kann nur sagen: Danke, dass es solche Menschen unter uns gibt!


„Wie neugeboren “

Es war am Montag, den 6. Mai. Wir waren gerade den zweiten Tag vor Ort. Wir, das war die kleine Gruppe mit Dr. Kamp. Sie war zum Teil für Fach-Vorträge in der Universität von Duschanbe mitgekommen. Zum Teil kümmerten sich die Teilnehmer um die tadschikischen Ärzte und andere wiederum kontrollierten und überwachten als Techniker die aus Deutschland stammenden medizinischen Geräte zweiter Hand. Ich selbst war als Gast dabei und wurde überall wie selbstverständlich mitgenommen.

Mein kleiner Freund, der mir ans Herz gewachsen ist

Der Montagmorgen begann mit einigen Pflichtbesuchen vor Ort. Dann aber kam das, was mich am meisten interessierte: der Besuch in der neu eingerichteten Abteilung für die Operation der „Spaltkinder“.

Gewiss, es war der erste Tag des Ramadan. Auch wenn nicht alle Muslime fasteten, so war doch wegen dieses Fastenbeginns das Programm in der Klinik in diesem muslimischen Land eingeschränkt. Den OP-Saal durfte ich aus naheliegenden Gründen nur außerhalb der Operationszeit betreten und mich mit meinem Begleiter Bernhard Nimbach, der die technischen Geräte überwachte, darüber freuen, dass alles in bestem Zustand war. Dies galt vor allem für die Sauerstoffanlage für den OP-Bereich, die es so gewartet und effizient in Tadschikistan kein zweites Mal gibt. Und dann kam der Besuch auf der Station mit den operierten Kindern, einige noch ganz frisch, alle mit einem breiten Pflaster dort, wo zuvor die der Kiefer nicht zusammengewachsen war und die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte das große Einfallstor für alle gesundheitlichen Probleme war.

Ein kleiner „Steppke“ von etwa fünf Jahren hatte es mir besonders angetan. Er schaute mich mit seinen großen Augen an und war sogar bereit dazu, dass ich ihn eine Weile auf dem Arm halten durfte; die Mutter streckte ihn mir entgegen.

Während die meisten Kinder in so einer Situation bei einem fremden Mann zu weinen beginnen, war er ganz still und schaute mich an – und ich ihn.

Sie wusste, dass ihr Kind nun eine ganz neue Lebenschance hat

Die Sympathie zwischen uns beiden war mit Händen zu greifen. Und dabei vergaß ich, nach seinem Namen zu fragen. Denn wir verstanden uns ohne Worte. Und die glückliche Mutter nicht minder. Ihr glückliches Lächeln sagte alles.

Sie wusste ja: Dass ihr Kind nun eine ganz neue Lebenschance hat, das hat mit uns zu tun – den Fremden, die ihr und ihrem Kind doch so nahe waren.

// Bruder Peter Amendt



Der Einsatz von Dr. Kamp uns seinen Arztkollegen ist unentgeltlich

Aber die „Spaltoperationen“ fordern mehr: Geräte, Pflegepersonal, Ärzte, die angeleitet werden, Verköstigung der Kinder und Mütter, kurz: all das, was ein Krankenhaus ausmacht. Darum brauchen wir Ihre Hilfe – damit noch mehr Kinder eine Chance auf gesundes Leben bekommen!

Auch in diesem Jahr wollen wir erneut hunderten von Kinder ein neues Leben schenken.

Die Operation eines Kindes und sein Pflegebedarf kostet 220,- EUR 
 

Ihre Hilfe macht es möglich – die Eltern selbst sind so arm, dass sie kaum die Fahrt zur Klinik bezahlen können, geschweige denn die Operation. Helfen Sie diesen Eltern – schenken Sie ihnen ein gesundes Kind zurück!

 

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