Corona-Fonds International

International / Gesundheit

 

Der Erste, von dem wir hörten, dass er sofort gehandelt hat als die Auswirkungen der Corona Maßnahmen deutlich wurden: Bischof Samson Shukardin, Leiter seiner ausgedehnten, wenn auch an Christen armen Diözese mit Sitz in Hyderabad, Provinz Sindh, Pakistan. Schon kurz nach den ersten Maßnahmen der Regierung zur Verhängung des Ausgehverbotes („lockdown“) hat er begonnen zu helfen und dazu seine Bistumskasse geplündert.

Aber die schmale Bistumskasse reichte nicht. Wir haben von daher sein S.O.S. verstanden und sofort eine erste Hilfe geschickt, damit nicht der Hunger ganze Familien auslöscht. Ja, auch wenn es nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein ist, so ist dieser Tropfen doch unentbehrlich - und wartet auf den nächsten Tropfen! Machen Sie mit?

 

Corona vermeiden, um an Hunger zu sterben?

Offen gesagt, so drastisch hätten wir es uns nie vorgestellt. Hunger, Unterernährung, Fehlernährung – oft verbinden wir diese Vorstellung und auch Tatsache mit großen Gebieten in Afrika oder auch mit Teilen Lateinamerikas oder Asiens. Dürren, Überschwemmungen, ausgelaugte Böden und ineffiziente Strukturen, aber auch verbreitete Korruption – wer kennt nicht all die Stichworte, Urteile und Vorurteile, die jedem von uns dazu einfallen, sei es zu Recht oder nicht?

Aber, dass ein winziger Virus ganze Gesellschaften lahmlegt und die tägliche Ernährung von Millionen wenn nicht gar Milliarden Menschen bedroht – wer hätte das als Normalbürger vor Corona jemals gedacht und in Erwägung gezogen?

Wir hörten von Ebola in West- und Ostafrika und haben uns bis auf vereinzelte Spendenaktionen wenig darum gekümmert. Es war und ist ein tödlicher Virus, schlimmer noch als Corona, aber auf die Tropen beschränkt. Uns hat Ebola letztlich wenig berührt, und im Grunde sind wir beruhigt. Denn Ebola, so scheint es, hat sich derzeit ausgetobt, Gegenmittel sind entwickelt worden, und es ist ruhig darum geworden, wenn auch neue Ausbrüche jederzeit geschehen können.

Gesellschaft und Wirtschaft gingen trotz der Ebola-Toten weltweit weiter wie bisher, es galt das „business as usual“.
Mit Corona ist alles anders, auch in den Partnerländern von vision:teilen. Das lassen die Nachrichten unserer Partner vor Ort sofort erahnen. Das Virus tötet auch, gewiss. Aber die Maßnahmen, die er ausgelöst hat, gefährden zuweilen noch mehr Menschen!

Dazu einige der Mails in Übersetzung, die wir zum Beginn der Pandemie erhalten hatten. Die Beispiele und die Nachrichten lassen sich raschvermehren. Aber darum geht es hier nicht.

 

Pakistan, 25. März 2020

„…in Pakistan erleben wir derzeit einen kompletten Lock down. Die Situation ist schrecklich, vor allem für die Tagelöhner… Ich habe bereits Gelder für die Menschen zur Verfügung gestellt. Und wir suchen weiter nach Unterstützung, um den Menschen so viel es geht zu helfen.“

Bischof S. Shukardin, Hyderabad

 

Äthiopien, 09. April 2020

„Die armen Menschen sind in ihren leeren Häusern und ohne Geld eingeschlossen, viele kranke und ältere Menschen sterben. Wir versuchen, das zu teilen, was wir haben, aber auch wir stehen mit fast leeren Händen da. Wir haben Masken, Wasserflaschen und Seife für Menschen auf der Straße gekauft und zwei Tage lang in der Stadt Soddo verteilt. Die Tagelöhner, die nur Geld für das tägliche Essen bekommen, sind auch eingeschlossen. Wir sind in großer Gefahr. Wir erwarten, dass die Kranken und verhungernden Menschen bald in den Häusern eingeschlossen sterben werden und dass Raubüberfälle und Konflikte zunehmen, vor allem von Jugendlichen und Menschen, die kein Haus haben, in dem sich aufhalten sein können.“

Sr. Maria Tinka Antonius, Soddo

 

Uganda, 14. April 2020

„…das Leben hier in Uganda ist derzeit schrecklich, die Menschen müssen in den Häusern bleiben. Die Lebensmittel brauchen sich langsam auf und die Regierung hat heute bekannt gegeben, dass wir noch bis zum nächsten Monat drinnen bleiben müssen. Es ist überhaupt nicht in Ordnung, denn die meisten von uns haben kein Geld gespart für diese Krise. Wir arbeiten für das tägliche Essen. Viele Menschen haben begonnen, in den Häusern zu hungern. Die Regierung versucht, einigen Menschen an bestimmten Orten etwas zu geben, aber sie können nicht dem ganzen Land etwas geben, es ist so schrecklich… Die Leute sagen, es sollten Maßnahmen ergriffen werden, dass die Leute rausgehen dürfen und zumindest eine kleine Arbeit verrichten können, um etwas zum Essen für den Tag zu bekommen.“

Barbara Kizza, Kampala

 

Angesicht dieser Situation geht es um die Frage: Wie stehen wir dazu? Abwarten und zusehen, wie es mit „denen da“ weitergeht? Wir können das nicht. Denn es sind Menschen wie wir, unsere Partner, die wir oft schon lange kennen. Wir haben mit ihnen geteilt, und das schon vor Corona. Wie können wir sie jetzt in dieser Situation allein lassen? Wir können nur sagen: Wir brächten es nicht übers Herz.

 

Ein kleiner Fonds – für große Hilfe

Als Bischof Samson uns seine Mail mit der SOS-Bitte schickte, da haben wir uns zusammengesetzt und gefragt: „Was machen wir jetzt?“ Die eine Antwort war die Übersendung der eben genannten Soforthilfe. Die andere: „Wir müssen mehr machen. Denn diese Situation ist nicht auf Pakistan beschränkt!“

Die nächsten Tage haben gezeigt, dass es so ist. Es braucht mehr als die sonst übliche Antwort: Projektempfang, Projektprüfung, Projekthilfe – und die Bitte um Unterstützung. Jetzt geht es ums Überleben!

Aus diesem Grund haben wir einen kleinen Fonds mit dem Namen „Corona International“ eingerichtet. Es geht um die Soforthilfe aufgrund der Corona- Schäden und ihrer „Kollateralschäden“ bei unseren Partnern. Das Hungern und am Ende Verhungern von Familien aufgrund des Ausgeh- und damit auch Arbeitsverbotes ist ein solcher Schaden. Aber auch das Fehlen von Medikamenten für alle anderen üblichen Krankheiten und der Ausfall ihrer Behandlung gehören dazu, von der Corona-Erkrankung mitsamt der zumeist fehlenden Test-Instrumente und Intensivbetten sowie Sauerstoffgeräte ganz abgesehen. Hier braucht es Hilfe, und das sofort!

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir auf die Bitten um Nothilfen antworten, die hier angekommen sind und weiter ankommen. Bitte helfen Sie!

Im Namen all unserer ausländischen Partner danken wir Ihnen von Herzen.

 

 

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Zu Fragen bezüglich des Corona Fonds richten Sie sich bitte an unsere Referentin für Internationale Projekte, Frau Manuela Vollbrecht:

Tel.: +49-211 - 36119779

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