Nothilfe für Ostafrika

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Afrika / Nothilfe

Situation

Die Nahrungsmittelknappheit in Ostafrika verschärft sich derzeit gravierend.  Durch einerseits, erneut ausgebliebene Regenfälle in der vergangenen Regenzeit, ist die Bevölkerung einer erneuten Dürre ausgesetzt. In den kommen Wochen wird eine weitere Zuspitzung der Situation erwartet; einige Regierungen haben in den vergangenen Woche eine „Hungersnot“  ausgerufen. In Ländern wie dem Süd Sudan, Nigeria und dem Jemen sind die Probleme andererseits jedoch „vom Mensch gemacht“. Die Krisen sind hier zusätzlich kriegerischen Auseinandersetzungen und den Umtrieben islamistischer Extremisten zuzuschreiben.

In der letzten Regenzeit von Oktober bis Dezember ist laut FAO lediglich ein Viertel des erwarteten Niederschlags am Horn von Afrika  eingetreten. Folgen für die ohnehin unter Trockenheit und Wasserknappheit leidende Region sind niedrige Ernten und eine sich zuspitzende Nahrungsmittel- und Viehfutterknappheit.

Die ostafrikanische Region, besonders Somalia, Nord-Ost und das küstennahe Kenia, Süd-Ost Äthiopien und die Afar Region haben sich immer noch nicht von den Folgen der 2015/2016 verursachten Dürre erholt. Dort sind laut WFP mehr als elf Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Wegen der drastisch angestiegenen Lebensmittelpreise ist allerdings die gesamte Bevölkerung der Region von der Dürre in Mitleidenschaft gezogen, auch diejenigen Regionen, die nicht direkt unter der schweren Dürre leiden.

Diese Situation wird sich noch verschärfen, da die nächste Erntezeit erst im Juni sein wird. Der Krise könnten laut dem Chefökonomen des Weltgesundheitsprogramms (WFP), Arif Husain, im nächsten halben Jahr bis zu 20 Millionen Menschen zum Opfer fallen.

Im Süd Sudan, Nigeria und Jemen wurden die Krisen von Menschen heraufbeschworen: Sie sind weniger dem Klima als vielmehr Kriegen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zu schulden. So tobt z.B. im Süd Sudan seit mehr als drei Jahren ein Bürgerkrieg, bei dem es um einen Machtkampf führender Politiker, aber auch um miserable Regierungsführung und um ethnische Spannungen geht. Die Kämpfe haben bereits mehr als drei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben und verhindert, dass Farmer ihre Felder bestellen. Die zivile Bevölkerung aus dem Südsudan flüchtet vor allem nach Uganda, doch auch hier sind mittlerweile die Flüchtlingslager überfüllt und jedes dritte Kind leidet unter Mangelernährung. Laut Angaben des UN- Flüchtlingswerkes (UNHCR) hat sich die Zahl der südsudanesischen Flüchtlinge in Uganda mittlerweile auf 832.000 Menschen erhöht.

Hilfsansatz und Zielgruppe

Die Hilfe richtet sich an die Opfer der Dürre in unseren Projekten in Kenia, Uganda, Äthiopien und im Südsudan. Zwingend notwendig sind derzeit Soforthilfemaßnahmen in Form von Lebensmitteln und sauberes Wasser. Zusammen mit fiftyfifty/Asphalt e.V. wollen wir eine erste Hilfe von 20.000,- € auf den Weg bringen.

Ziele und Maßnahmen

Unterstützt werden unsere Projektpartner in den Krisenregionen. Derzeit werden Gelder vor allem für eine schnelle Nahrungsmittelversorgung in die ländlichen und am schwersten betroffenen Regionen in Kenia, Uganda, Äthiopien und dem Südsudan verwandt.

In Molo, in der Nähe des Lake Victoria hat vision:teilen ein kleines Partnerbüro, über das wir derzeit 12 Nothilfeprojekte durch Schulspeisungsprogramme unterstützen. Durch die Projekte werden 2589 Kinder begünstigt, die unter den Auswirkungen der Dürre leiden.

Ein weiterer Partner von vivion:teilen in Kenia ist Br. Titus. Er lebt in einer Gemeinschaft in Turkana, einer der trockensten Regionen des Landes, zusammen mit fünf Brüdern. Die Region leidet unter Hunger und extremen Dürreperioden. Unterstützt wurden von vivion:teilen bisher Nahrungsmittel- und Bildungsprojekte, sowie die Erneuerung von dringend notwendigen Wassertanks, der die Gemeinschaft mit Wasser versorgt.

In Äthiopien arbeiten wir u.a. mit Frey Johannes Matiwos zusammen. Er ist langjähriger Partner von vision:teilen. Die Kleinstadt Debiti in der Frey Johannes lebt zählt ca 30.000 Einwohner und liegt in der  Region Oromo in der Haraghe Zone. Insgesamt werden momentan 192 Familien von dem Nothilfeprojekt unterstützt, bei dem es hauptsächlich um den Zukauf und die Verteilung von Sorghum, einem der Grundnahrungsmittel geht.

Ein weiterer langjähriger Partner aus Äthiopien ist Petros Tesfaye. Er ist Generalvikar und als Gemeindepfarrer in der Diözese Gambela,  im Südwesten des Landes tätig. Gambela gehört zu den heißesten und trockensten Gegenden Äthiopiens und leidet regelmäßig unter schlechten Ernten und Lebensmittelknappheit. Mit der Unterstützung von vision:teilen und weiteren Spendern gelingt die Finanzierung von Schulen und die Versorgung mit regelmäßigen Mahlzeiten. 

Samuel Hakim. Er hat einen ungewöhnlichen Lebensweg hinter sich. Im Süden Sudans aufgewachsen, ging er schon früh nach Uganda, aber nicht um sich bessere wirtschaftliche Chancen zu eröffnen. Sein Ziell war es, als überzeugter Christ sich den Orden der Kapuziner anzuschließen, die ihn immer durch die Nähe zum einfachen Volk beeindruckt hatten. Heute ist er als Kapuzinerpater im Norden Ugandas tätig, wo ihn die Flüchtlingskrise seiner Landsleute so zusagen "erreicht". Er hatte schon mehrere Projekte mit vision:teilen, aber erstmals geht es in diesem Jahr um seine geflüchteten Landsleute aus dem jungen Staat Südsudan. Dieser hat sich im Jahr 2011 nach blutigen Kämpfen von Sudan getrennt hat. Heute ist der Südsudan selber Schauplatz vielfältiger blutiger Machtkämpfe und zugleich Opfer einer Naturkatastrophe, der Ausgedehnten Dürre, die in Folge des "El-Nino"-Wetterphänomen zur Zeit ganz Ost Afrika im Griff hat. Vision:teilen hat ihn zu den Folgen dieser doppelten Katastrophe seiner Landsleute befragt.

Benötigte Mittel

Die Gelder werden für den Kauf und die Versorgung mit lokalen Lebensmitteln und Trinkwasser verwendet.

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Stichwort: Ostafrika

Ergebnisse und Dokumentation

Unsere Partner, die Vorort die Projekte organisieren und koordinieren, dokumentieren den Verlauf der Hilfsmaßnehmen in Berichten, die sie an das vision:teilen Büro in Düsseldorf weiterleiten.

Für ein Interview mit unserem Partner Samuel Hakim über die aktuelle Situation im Norden Ugandas, wo die Lager der südsudanesischen Flüchtlinge liegen, finden sie hier.

Bericht lesen

Äthopien: Ernteausfall (Mais)

Äthopien: Trockenheit überall

Äthopien: Die Dürre fordert ihren Preis

Äthopien: Lebensmittelverteilung

Äthopien: Verteilung auf die Dörfer

Äthopien: Nach der Lebensmittelverteilung

Südsudan: Auf der Flucht

Südsudan: Unterwegs auf der Flucht

Uganda: Im Flüchtlingslager

Uganda: Lageralltag

Zum Interview: "Samuel Hakim berichtet (Uganda)"

Lesen sie einen Bericht unserer Partner vor Ort  (Link)

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