Housing First

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Für Wohnungslose ein Zuhause!


Die Überwindung der Obdachlosigkeit auf dem üblichen Weg, d.h. durch Suche der Betroffenen nach einer Wohnung auf dem freien Markt, scheitert vor allem bei knappem Wohnungsangebot nahezu regelmäßig, da Obdachlose vielfach als Mieter unerwünscht sind und die vom Jobcenter bezahlte Miete unattraktiv ist.

Im Blick auf diese Situation geht das Housing-First-Konzept einen neuen Weg. Die Träger der Hilfe stellen selbst entsprechenden Wohnraum Langzeitobdachlosen zur Miete zur Verfügung, indem sie zuvor diesen Wohnraum im eigenen Namen erwerben oder errichten.
Damit beendet das Housing-First Konzept Wohnungslosigkeit unmittelbar und bietet flexible wohnbegleitende Hilfen zum dauerhaften Wohnungserhalt an. Regulärer Wohnraum wird an erste Stelle gerückt – ein entscheidender Unterschied zum derzeit meist praktizierten Sys­tem. Darin müssen Betroffene oft ihre „Wohnfähigkeit“ zunächst unter Beweis stellen: Unterkünfte und Trainingswohnungen müssen durchlaufen werden. Oftmals ist die Zurverfügungstellung von Wohnraum an die Erfüllung von Auflagen und Wohlverhalten gekoppelt. Der Aufstieg in ein normales Mietverhältnis scheitert häufig an nicht vorhandener Wohnungen auf dem Markt und so droht die erneute Wohnungslosigkeit: Ein „Drehtür-Effekt“ stellt sich ein. Auch sind solche Wohnraumformen häufig zeitlich befristet. Housing First hingegen bedeutet: Es besteht von Anfang an ein normales, unbefristetes Mietverhältnis mit allen Rechten und Pflichten. Wohnbegleitende Hilfen werden aktiv angeboten: Betroffene werden dazu ermutigt Probleme mit Unterstützung anzugehen, aber nicht dazu verpflichtet. Dort wo Housing-First bereits praktiziert wird, sind die Ergebnisse überzeugend.
 
Housing First in Düsseldorf

In Düsseldorf praktiziert fiftyfifty Housing First seit mehreren Jahren und hat darin eine Vorreiterrolle inne, die auch für ganz NRW gilt. Es wurden inzwischen über 40 Wohneinheiten käuflich erworben und zum Teil entsprechend hergerichtet, so dass insgesamt bis heute 48 Obdachlose, Männer wie Frauen, einen normalen Mietvertrag mit fiftyfifty bekommen haben und in diesen Wohneinheiten leben. vision:teilen konnte in diesem Jahr 2018 dank der entscheidenden Unterstützung von fiftyfifty und des entsprechenden Fonds beim Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW eine erste Wohnung erwerben, die inzwischen von einem Obdachlosen bewohnt wird. Seine Betreuung nimmt zur Zeit noch fiftyfifty wahr.

   
 
Housing First bei vision:teilen

Der neue Dreischritt: Obdachlosigkeit und Einsamkeit vorbeugen, in der Nacht Obdachlosen beistehen und ihnen langfristig zu Wohnraum verhelfen.

Mit der Übernahme des Housing First-Konzeptes ist für vision:teilen ein wichtiger Schritt im Blick auf die Überwindung von Obdachlosigkeit getan. Er fügt sich ein in das Bemühen, Obdachlosigkeit im konkreten Fall zu verhindern bzw. ihre Auswirkungen auf die Betroffenen zu mindern.  Hierbei gehen die drei Bereiche „hallo nachbar!“„gutenachtbus“ – Housing First Hand in Hand. wobei in der zeitlichen Reihenfolge der gutenachtbus (Beginn: 2011) voranging.

Gedacht als Raum der Gastfreundschaft und der Hilfe in der Nacht auf der Straße, hat der gutenachtbus mit seinen ca. 60 ehrenamtlichen Kräften unter fachlicher Leitung schon recht bald nach seinem Beginn seine Bedeutung für die Linderung der Not nachts auf der Straße gezeigt. Seine kostenlosen Angebote der materiellen Hilfe (Essen, Trinken, Kleidung, Schuhe, Decken und Schlafsäcke – Letztere gegen eine minimale Schutzgebühr) wurden in zunehmendem Maße von den Obdachlosen wahr genommen, so dass wir heute an den beiden nächtlichen Haltestellen des gutenachtbusses neben der Andreas-Kirche in Düsseldorf und in der Nähe des Hauptbahnhofes zwischen 22.00h und 0.30h an vier Tagen pro Woche täglich mit 80 bis 100 bedürftigen Gästen rechnen. Neben dieser materiellen Hilfe besteht immer das Gesprächsangebot und das Angebot der weiterführenden Hilfe, um den Weg aus der Obdachlosigkeit heraus zu erleichtern oder gar möglich zu machen.

Vorrangiges Ziel jedoch, so schälte sich im Laufe der Jahre heraus, sollte es sein, im konkreten Fall Obdachlosigkeit durch Beratung, Begleitung und gezielte Hilfe zu verhindern. Zu diesem Zweck steht seit Beginn 2018 für Betroffene eigens eine Sozialarbeiterin zur Verfügung, die im Rahmen der schon länger bestehenden Aktivität von „hallo nachbar!“ Hilfestellung leistet. Im Rahmen von „hallo nachbar“ bemühen sich Ehrenamtliche unter fachlicher Leitung zudem darum, Menschen aufzusuchen und ihnen die Hand der Hilfe zu reichen, die durch Einsamkeit, Armut und oft auch ein gebrochenes Verhältnis zur Gesellschaft randständig geworden sind und dringend den Kontakt zur Gesellschaft wieder finden müssen.
Mit Housing First schließt sich das Bemühen um einen integralen Zugang der Hilfe angesichts des zunehmenden Phänomens des Abrutschens der unteren 6 Prozent der Bevölkerung unter die Armutsgrenze und damit oft genug potentiell und aktuell in die Obdachlosigkeit. Hier zu helfen, wo es möglich ist, ist das Bemühen von vision:teilen im Kontext der zahlreichen Einrichtungen in Düsseldorf, deren großartige Arbeit sich auf die Hilfe für die Obdachlosen richtet.

 

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Schirmerstrasse 27
40221 Düsseldorf
Tel. 0211-6683373


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