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Tadschikistan / Gesundheit

Situation

Tadschikistan – flächenmäßig etwa doppelt so groß wie Bayern – ist das ärmste Land im postsowjetischen Raum. Seine 8,3 Millionen Einwohner leiden bis heute unter den Folgen eines Bürgerkriegs in den 1990er Jahren und einer anhaltenden Wirtschaftskrise. Die sozialen Sicherungssysteme und die medizinische Versorgung der Bevölkerung ist deutlich defizitär. Im Gesundheitssystem führt dies zu einem Mangel an fachgerechter Aus- und Weiterbildung, zudem ist die vorhandene Medizintechnik ist völlig veraltet. Fehlende Mittel und mangelhafte Operationstechniken führen dazu, dass viele der in Europa behandelbaren Krankheiten in Tadschikistan lebensbedrohlich sind und bei physischen Entstellungen zu Stigmatisierung und Ausgrenzung führen. Dies gilt insbesondere für Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte.

Hilfsansatz und Zielgruppe

Das Krankheitsbild  zählt zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen weltweit und tritt in Taschikistan in ähnlicher Häufigkeit wie in nahezu allen Ländern auf. Statistisch leidet jedes 500ste Neugeborene unter dieser Erkrankung. Einige Kinder sterben, weil sie durch die anatomische Besonderheit nicht gestillt werden können; andere Kinder werden von den Familien versteckt oder in Heimen abgegeben, weil  sie mit der Situation nicht zurecht kommen. Die Versorgung der „Spalt- Kinder“ war landesweit defizitär.

Nach einem ersten humanitären Hilfseinsatz eines ehrenamtlichen Teams aus Ärzten und Pflegepersonal in der Hauptstadt Dushanbe im Jahr 2009 war allen Beteiligten klar, dass nachhaltige Hilfe nur durch den Aufbau lokaler Strukturen und gezielte Fortbildung einheimischen Personals zu erreichen ist.

Ziele und Maßnahmen

Mit der Gründung von tajikaid durch Dr. Martin Kamp wurde ein Masterplan für eine langfristige, umfassende Verbesserung der medizinischen Versorgung und der familiären Nachsorge der Patienten erstellt.

Um sicherzustellen, dass landesweit alle Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten, wurde eine nationale Datenbank aufgebaut. Parallel zu den operativen Hilfseinsätzen wurden tadschikische Mediziner und Schwestern der universitätsangebundenen Klinik Kara Bolo in Duschanbe geschult, bzw. weitergebildet und in die neuen Medizinprodukte (Narkosegeräte/ Sauerstoffanlage/ Sterilisation/ Kieferorthopädie u.v.m) eingewiesen.

Die umfassende Betreuung der Kinder wird durch den Aufbau eines Operationszentrum nach den Standards der WHO sichergestellt. Die Leistungen des Zentrums sind:

  • Versorgung der Patienten ab Geburt mit einer Trinkplatte
  • Operation der Spalte durch Lippen- und Gaumenverschluss
  • kieferorthopädische Beratung und Behandlung nach der Operation HNO-Therapie, Sprach- und Schluck-Therapie

Benötigte Mittel

Die Operation eines Kindes mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte in Tadschikistans kostet rund 220 Euro. Für arme Familien ist die Operation kostenlos. Die Spendenmittel  werden eingesetzt für:

  • Narkosemittel
  • Nahtmaterial
  • Unterkunft nach der OP
  • Betreuung der Kinder

Das Team aus Chirurgen, Anästhesisten und Pflegepersonal spendet für die Einsätze einen Teil der eigenen Freizeit. Die Beteiligten kommen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

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Ergebnisse und Dokumentation

Mit der Eröffnung des neuen OP-Zentrums im November 2014, dessen Material und Ausstattung ausschließlich aus Spenden finanziert wurde, sind bis zu 1.500 Operationen/Jahr möglich.

Der von Entwicklungshilfeorgansiationen begleitete Prozess hat Modellcharakter für den Aufbau des tadschikischen Gesundheitssystems.

Ansprechpartner

vision:teilen e.V.
Dr. Martin Kamp
Projektleiter
c/o Schirmerstrasse 27
40221 Düsseldorf
info(at)tajikaid.de

 

Jahresbericht 2016: 

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