tajikaid: Kongress ist ein Meilenstein für die weitere Entwicklung

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Ein Nachbericht zur internationalen Fachtagung in Duschanbe

Premiere gelungen: Der internationale  Wissenschaftskongress, der Ende November an der Medizinischen Universität Avicenna in Duschanbe stattfand, dürfte nachhaltige Auswirkungen für die weitere Entwicklung in Tadschikistan und darüber hinaus haben. Initiator war vision:teilen - tajikaid.

 

Die Organisation entwickelt seit acht Jahren einen Hot-Spot für Kinder und Jugendliche mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte in dem zentralasiatischen Land. Mittlerweile werden in der universitätsnahen Klinik Karabolo pro Jahr hunderte Patienten mit der Fehlbildung operiert - längst nicht mehr nur „Spaltkinder“, auch Menschen mit Problemen an Augen und Ohren.

„Das Symposium hat dazu beigetragen, dass die Tadschiken mehr und mehr aus eigener Kraft und mit selbst aufgebauter Kompetenz Defizite im kieferchirurgischen Bereich aufarbeiten“, freut sich tajikaid-Gründer Dr. Martin Kamp (Kempen). Zu der zweitägigen interdisziplinären Konferenz stieß nicht nur der wissenschaftliche Kopf von tajikaid - das sind die Professoren Dr. Gennadij Londa und Prof. Dr. Jürgen Petzel (beide Oldenburg). Referent waren auch der Berliner Mikrobiologe Prof. Dr. Timo Ulrichs von der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften (Koch-Metschnikow-Forum) sowie die Salzburger Sprachtherapeutin Caroline König mit ihren britischen Kolleginnen Helen Buxton und Emma Southby. Während Dr. Ulrichs sich mit der ethischen Herausforderung bei der Betrachtung von kinderheilkundlichen Erkrankungen befasste, beleuchteten die Sprachtherapeutinnen Konzepte für Lippen-Kiefer-Patienten. 


Empfang der internationalen Spezialisten an der Medizinischen Universität Avicenna in Duschanbe

„Wir brauchen Sie hier und danken Ihnen, dass Sie sich die Zeit für diesen ersten Kongress genommen haben“, sagte Gulzoda Mahmadshon Qurbonali, Rektor der Medizinischen Universität. Das Uni-Team begegnete den rund 50 Experten aus allen Teilen von Europa und Asien mit ausgesprochener Gastfreundlichkeit. Einer der ersten Referenten war Dr. Abdurahimov Abdullojon Hasanowitsch, Leiter der von tajikaid aufgebauten HNO-Klinik Karabolo in Duschanbe. Eine Besichtigung dieser mittlerweile auf gutem Niveau operierenden Einrichtung stand am zweiten Tag des Symposiums auf dem Programm. Auf Einladung von tajikaid fand der Kongress im Format einer Regionalkonferenz unter Teilnahme von Medizinern und Spezialisten aus Russland, Afghanistan, Großbritannien, dem deutsch-sprachigen Raum und natürlich Tadschikistan statt. Die Kontakte zu den afghanischen Ärzten bestehen seit 2010. Die Mediziner wurden in Indien durch Finanzierung des Auswärtigen Amtes weitergebildet. Beim Kongress trug Spalt-Chirurg Dr. Abdul Wahid Ershad aus Masar-e Scharif die durch Sicherheitsdefizite und den schweren Patientenzugang gezeichnete Entwicklung der Spalt-Chirurgie am Hindukusch vor. „Wir brauchen mehr spezialisierte Spalt-Center“, so der Mediziner.

Auf fachlich sehr hohem Niveau berichtete Professor Dr. Alexander Seregin von der Universität Samara von modernen Aspekten in der chirurgischen Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Dr. Kamp selbst referierte über den Verschluss des Nasenrachens durch das Gaumensegel bei Spalt-Kindern.

Die grundsätzliche Intention der Konferenz war, zu verdeutlichen, dass eine umfassende Rehabilitation von Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte eine Herausforderung für viele medizinische Fachbereiche ist. All diese Gebiete wurden erstmals in einer Tagung in Tadschikistan zusammengeführt.

Die differenzierten Einblicke auf höchstem wissenschaftlichem Niveau saugten die wissbegierigen Studenten der Medizinischen Hochschule Duschanbe im riesigen Kongress-Hörsaal in
sich auf. Ihr hinzugewonnenes Wissen und die hervorragende Stimmung werden die Zukunft der Klinik Karabolo nachhaltig sichern. Einige der Studenten werden nach Abschluss ihrer Ausbildung mit Sicherheit dort am OP stehen und die Kinder von ihrer angeborenen Fehlbildung befreien. Es ist absehbar, dass der länderübergreifende wissenschaftliche Austausch weitere Kreise ziehen wird. Die verständlichen und engagiert vorgetragenen Referate wurden von Dolmetschern der Universität hervorragend ins Englische oder Russische übersetzt. Der TajikAid-Kongress, der eingebettet war in die Jahreskonferenz der Medizinischen Universität Duschanbe, hat dazu geführt, dass die humanitären und sozialen Anliegen der Initiative - gehandicapten Kindern im Herzen von Asien die Teilhabe am Leben zu ermöglichen - nunmehr auf dem internationalen Monitor von Wissenschaft, Politik, Diplomatie und Medien steht.

tajikaid-Projektleiter Dr. Kamp: „Es ist erfreulich, dass wir das Krankheitsbild der Lippen Kiefer und Gaumenspalten vor allem auch durch die Teilnahme der ausländischen Gäste in der Fokus der Medizin setzten konnten. Im besten Fall entwickeln sich medizinische und wissenschaftliche Kooperationen, die um die beste Therapie für die Kinder konkurrieren und sich gegenseitig unterstützen.“

Kontakt:
Dr. med. Martin Kamp (Projektleiter)
tajikaid c/o vision:teilen e.V.
Schirmerstraße 27
40221 Düsseldorf · Germany
M. +49 (0) 173 - 537 7715
T. +49 (0) 211 - 668 3373
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